
Auf einen Blick:
Erschöpft trotz normalem Hb-Wert?
Ein Eisenmangel kann bereits Beschwerden verursachen, bevor eine Blutarmut entsteht.
• gezielte Diagnostik des Eisenstoffwechsels
• Beurteilung von Ferritin, Transferrinsättigung und weiteren Laborwerten
• Abklärung möglicher Ursachen und anderer Mangelzustände
• individuelle Therapieempfehlung
• Eiseninfusion bei entsprechender medizinischer Indikation
Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement und an zahlreichen Stoffwechselvorgängen im menschlichen Körper beteiligt. Es wird nicht nur für die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin benötigt, sondern spielt unter anderem auch für Energieproduktion, Muskelfunktion, Konzentrationsfähigkeit und körperliche Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle.
Hämoglobin (Hb) ist verantwortlich für den Sauerstofftransport im Blut. Sinkt der Hb-Wert infolge eines Eisenmangels ab, spricht man von einer Eisenmangelanämie.
Ein Eisenmangel beginnt jedoch meist früher. Zunächst werden die Eisenspeicher des Körpers zunehmend geleert. In dieser Phase kann der Hb-Wert noch vollkommen normal sein.
Deshalb reicht es bei Verdacht auf Eisenmangel nicht aus, ausschließlich das Blutbild zu betrachten. Zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels sind – abhängig von der individuellen Situation – insbesondere Ferritin, Transferrinsättigung und Entzündungsparameter wichtig.
Ein Eisenmangel kann sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Mögliche Beschwerden sind beispielsweise:
• ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung
• verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
• Konzentrationsstörungen
• Kopfschmerzen und Schwindel
• Schlafstörungen
• depressive Verstimmung
• Haarausfall
• brüchige Nägel
• Restless-Legs-Syndrom
• verminderte Belastbarkeit
Diese Beschwerden sind nicht spezifisch für einen Eisenmangel und können zahlreiche andere Ursachen haben. Deshalb steht vor jeder Behandlung eine sorgfältige ärztliche Diagnostik.
Ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel besteht unter anderem bei:
• Frauen mit regelmäßiger oder verstärkter Menstruationsblutung
• Schwangerschaft und Stillzeit
• vegetarischer oder veganer Ernährung
• häufigen Blutspenden
• chronischen Blutverlusten
• Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
• eingeschränkter Eisenaufnahme im Darm
• erhöhtem Eisenbedarf
Gerade bei Frauen im gebärfähigen Alter können die Eisenspeicher bereits deutlich vermindert sein, bevor sich eine Blutarmut entwickelt.
Vor einer Eisentherapie erfolgt eine gezielte ärztliche Anamnese und Laboruntersuchung.
Dabei geht es nicht nur darum, einen Eisenmangel nachzuweisen, sondern auch dessen Ursache zu erkennen.
Gleichzeitig können andere Erkrankungen oder Mangelzustände festgestellt werden, die ähnliche Beschwerden verursachen können. Je nach Befund werden deshalb weitere Laborparameter in die Diagnostik einbezogen.
Grundsätzlich kann Eisen über Tabletten oder als intravenöse Infusion zugeführt werden.
Eine orale Eisentherapie ist in vielen Situationen die erste Behandlungsmöglichkeit. Allerdings wird nur ein begrenzter Teil des zugeführten Eisens über den Darm aufgenommen. Zudem treten unter Eisentabletten nicht selten Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall auf.
Eine intravenöse Eisentherapie kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn
• orales Eisen nicht ausreichend vertragen wird,
• die Aufnahme über den Darm eingeschränkt ist,
• trotz oraler Behandlung kein ausreichender Therapieerfolg erreicht wird oder
• aus medizinischen Gründen eine raschere Auffüllung der Eisenspeicher erforderlich ist.
Ob eine Eiseninfusion angezeigt ist und welche Eisenmenge benötigt wird, entscheiden wir individuell anhand der Beschwerden, der Laborwerte und der zugrunde liegenden Ursache.
Wir verfügen über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Eisenmangelzuständen und arbeiten als Eisenzentrum mit der Swiss Iron Health Organisation (SIHO) zusammen.
Unser Ziel ist nicht die Behandlung eines einzelnen Laborwertes, sondern eine medizinisch begründete und individuell abgestimmte Therapie.
Nach der Diagnostik besprechen wir mit Ihnen, ob eine Behandlung erforderlich ist und ob eine orale Therapie oder eine Eiseninfusion für Sie die geeignete Form der Eisensubstitution darstellt.