
Auf einen Blick:
• symptomorientiert statt schematisch
• PEM und individuelle Belastungsgrenzen beachten
• Schmerzkontrolle und Stabilisierung im Vordergrund
• Schulmedizin + ausgewählte komplementäre Verfahren
• keine unnötige „Übertherapie“
• transparente Abgrenzung von Kassen- und Selbstzahlerleistungen
ist eine komplexe Erkrankung, die mit einer erheblichen Einschränkung der körperlichen und geistigen Belastbarkeit einhergehen kann. Charakteristisch ist insbesondere die Post-Exertional Malaise (PEM) – eine oft verzögert auftretende und länger anhaltende Verschlechterung der Beschwerden nach körperlicher oder geistiger Belastung.
Weitere mögliche Beschwerden sind ausgeprägte Erschöpfung, nicht erholsamer Schlaf, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schmerzen, Kopfschmerzen sowie Störungen der vegetativen Regulation.
Eine einzelne, allgemein wirksame Therapie des ME/CFS steht derzeit nicht zur Verfügung. Umso wichtiger ist eine individuelle und symptomorientierte Behandlung, die sich an den tatsächlich bestehenden Beschwerden und der persönlichen Belastbarkeit orientiert.
Nicht möglichst viel behandeln, sondern gezielt das, was sinnvoll, verträglich und medizinisch nachvollziehbar ist.
Ein wesentlicher Bestandteil ist der verantwortungsvolle Umgang mit den vorhandenen Energiereserven. Belastungsgrenzen und eine mögliche PEM müssen berücksichtigt werden. Eine unkritische Aktivierungs- oder Trainingstherapie kann bei ME/CFS ungeeignet sein.
Wir verbinden schulmedizinische Diagnostik und Therapie mit ausgewählten komplementärmedizinischen Verfahren, sofern diese im individuellen Fall sinnvoll erscheinen. Komplementäre Maßnahmen verstehen wir als Ergänzung und nicht als Ersatz einer medizinisch notwendigen Behandlung.
Je nach Symptomatik, Befund und individueller Verträglichkeit können unterschiedliche Behandlungsansätze zum Einsatz kommen, beispielsweise:
• Schmerztherapie – insbesondere bei chronischen und neuropathischen Schmerzen
• Lidocain-Infusionen – in ausgewählten Fällen
• Cannabinoidtherapie – nach individueller Indikationsprüfung
• Behandlung von Schlafstörungen und vegetativen Beschwerden
• Unterstützende Maßnahmen bei Störungen der Immun- und Regulationsfunktionen
• Moderate Ganzkörperhyperthermie – vorsichtig dosiert und unter Berücksichtigung der individuellen Belastbarkeit
Dabei gilt: Nicht jede dieser Maßnahmen ist für jeden Menschen mit ME/CFS geeignet. Die Behandlung wird individuell zusammengestellt und im Verlauf an Wirkung und Verträglichkeit angepasst.
ME/CFS verläuft von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Deshalb gibt es bei uns kein standardisiertes „ME/CFS-Therapiepaket“.
Gemeinsam wird geprüft, welche Beschwerden im Vordergrund stehen, welche Therapieziele realistisch sind und welche Maßnahmen mit möglichst geringer zusätzlicher Belastung sinnvoll eingesetzt werden können.
Auch der bewusste Verzicht auf eine Therapie oder das Beenden einer Maßnahme bei fehlendem Nutzen gehört für uns zu einem verantwortungsvollen Behandlungskonzept.
Die Behandlung von ME/CFS umfasst unterschiedliche diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Ein Teil der medizinisch notwendigen Leistungen kann über die gesetzliche Krankenversicherung erbracht werden. Andere Verfahren gehören nicht oder nur unter bestimmten Voraussetzungen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.
Wir informieren Sie deshalb vor einer Behandlung transparent darüber, welche Leistungen von der Krankenversicherung übernommen werden können und welche gegebenenfalls als Selbstzahlerleistung angeboten werden.
Unser Ziel ist keine maximale Zahl an Behandlungen, sondern eine medizinisch fundierte, zurückhaltende und individuell abgestimmte Therapie – mit dem Schwerpunkt auf Symptomkontrolle, Stabilisierung und bestmöglicher Lebensqualität.