

Auf einen Blick:
Ganzkörperhyperthermie mit IRATHERM® 1000
• ambulante Behandlung
• offenes, gut zugängliches System
• kontinuierliche ärztliche bzw. medizinische Überwachung
• zunächst in der Regel etwa 4 Behandlungen
• anschließend Anpassung von Häufigkeit und Intervallen an den individuellen Verlauf
• Selbstzahlerleistung
Bei der Ganzkörperhyperthermie wird die Körpertemperatur unter kontrollierten Bedingungen gezielt angehoben. Die therapeutische Erwärmung ähnelt in Teilen den physiologischen Vorgängen bei Fieber und kann verschiedene Regulationsmechanismen des Körpers ansprechen.
In unserer Praxis verwenden wir hierfür das IRATHERM® 1000 von Ardenne, ein offenes System zur Ganzkörperhyperthermie mit wassergefilterter Infrarot-A-Strahlung (wIRA). Im Gegensatz zu geschlossenen Wärmekammern bleibt der Patient während der Behandlung von allen Seiten gut zugänglich. Das offene System wird von vielen Patienten als angenehm empfunden und vermeidet insbesondere ein Gefühl der räumlichen Enge.
Wärme führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und einer verstärkten Durchblutung von Haut, Muskulatur und verschiedenen Geweben. Gleichzeitig verändern sich Stoffwechsel-, Kreislauf- und Regulationsprozesse.
Mögliche therapeutisch erwünschte Effekte sind unter anderem:
• Verbesserung der Gewebedurchblutung und Mikrozirkulation
• Entspannung schmerzhafter und verspannter Muskulatur
• Beeinflussung der Schmerzwahrnehmung
• Aktivierung wärmeabhängiger Stoffwechsel- und Regulationsprozesse
• Beeinflussung des vegetativen Nervensystems
• mögliche Modulation von Immun- und Entzündungsreaktionen
• Verbesserung des subjektiven körperlichen Wohlbefindens
Die Ganzkörperhyperthermie versteht sich dabei als ergänzende Therapie. Wirkung und Verträglichkeit können individuell sehr unterschiedlich sein.
Chronische Schmerzen entstehen häufig nicht durch einen einzelnen Auslöser. Muskelverspannungen, verminderte körperliche Aktivität, Veränderungen der Schmerzverarbeitung und Störungen der vegetativen Regulation können sich gegenseitig verstärken.
Durch die intensive und kontrollierte Erwärmung kann die Ganzkörperhyperthermie insbesondere bei muskulär und myofaszial geprägten Schmerzen zur Entspannung beitragen. Auch bei komplexen chronischen Schmerzsyndromen kann sie als Bestandteil eines multimodalen Behandlungskonzeptes eingesetzt werden.
Anhaltende Erschöpfung, reduzierte Belastbarkeit, Muskelschmerzen, Schlafstörungen und vegetative Beschwerden gehören zu den häufig berichteten Symptomen nach einer COVID-19-Erkrankung.
Erste wissenschaftliche Untersuchungen zur Ganzkörperhyperthermie bei Post-Covid zeigen interessante Ansätze, die derzeit jedoch noch weiter untersucht werden müssen.
Bei ausgeprägter Fatigue wird die Behandlung deshalb nicht schematisch, sondern an Belastbarkeit, Kreislaufsituation und individuelle Reaktion angepasst.
Bei ME/CFS ist besondere Vorsicht erforderlich. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter einer Störung der Kreislaufregulation, orthostatischer Intoleranz oder einer ausgeprägten Wärmeempfindlichkeit. Außerdem kann bereits eine für Gesunde geringe körperliche Belastung eine verzögerte Symptomverschlechterung im Sinne einer Post-Exertional Malaise (PEM) auslösen.
Die Ganzkörperhyperthermie kommt daher bei ME/CFS nur nach sorgfältiger ärztlicher Beurteilung infrage. Wenn sie eingesetzt wird, erfolgt die Behandlung besonders zurückhaltend und individuell angepasst.
Erste kleinere wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit möglichen Effekten der Ganzkörperhyperthermie bei ME/CFS. Eine gesicherte spezifische Wirksamkeit ist daraus bislang jedoch nicht abzuleiten.
Der Begriff Silent Inflammation wird für niedriggradige, länger anhaltende entzündliche Aktivierungsprozesse verwendet, die nicht mit den typischen Zeichen einer akuten Entzündung einhergehen müssen.
Wärme beeinflusst zahlreiche immunologische und metabolische Regulationsmechanismen. Die Ganzkörperhyperthermie wird daher auch unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Modulation chronischer Entzündungsprozesse eingesetzt.
Dabei handelt es sich nicht um die Behandlung eines einzelnen Laborwertes. Entscheidend sind immer das gesamte Beschwerdebild, die medizinische Vorgeschichte und gegebenenfalls ergänzende diagnostische Befunde.
Auch während einer onkologischen Behandlung kann eine Ganzkörperhyperthermie in ausgewählten Situationen ergänzend erwogen werden.
Dabei steht in unserer Anwendung nicht eine eigenständige Behandlung der Tumorerkrankung im Vordergrund, sondern ein unterstützender Ansatz im Rahmen eines umfassenden Therapiekonzeptes.
Die Hyperthermie ersetzt weder Chemotherapie noch Strahlentherapie, Immuntherapie oder andere etablierte onkologische Verfahren. Bei einer laufenden Tumortherapie erfolgt die Planung deshalb individuell und möglichst in Abstimmung mit den behandelnden Onkologen bzw. Strahlentherapeuten.
Vor Beginn erfolgt zunächst eine ärztliche Beurteilung. Dabei prüfen wir, ob eine Ganzkörperhyperthermie für die jeweilige Erkrankung und die aktuelle körperliche Belastbarkeit geeignet ist.
Während der Behandlung wird der Körper mit wassergefilterter Infrarot-A-Strahlung erwärmt. Die Körpertemperatur sowie wichtige Kreislaufparameter werden überwacht. Die Intensität und Dauer werden an den einzelnen Patienten angepasst.
Gerade bei Fatigue, Post-Covid oder ME/CFS gilt dabei:
Nicht möglichst viel Wärme ist das Ziel, sondern die individuell richtige thermische Belastung.
Nach der Behandlung sollte ausreichend Zeit zur Erholung eingeplant werden.
Wir empfehlen meist zunächst eine Serie von etwa 4 Ganzkörperhyperthermie-Behandlungen.
Anschließend beurteilen wir gemeinsam:
• Wie wurde die Behandlung vertragen?
• Haben sich Schmerzen, Erschöpfung oder andere Beschwerden verändert?
• Wie lange hält ein möglicher Effekt an?
• Sind weitere Behandlungen sinnvoll?
Danach werden Anzahl und Abstand weiterer Sitzungen individuell festgelegt. Eine starre Behandlungsserie gibt es bewusst nicht.
Eine intensive Wärmebelastung stellt Anforderungen an Herz und Kreislauf. Bestimmte Erkrankungen oder Situationen können daher gegen eine Behandlung sprechen oder eine besondere Anpassung erfordern.
Dazu gehören beispielsweise akute fieberhafte Erkrankungen, relevante Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schwere Organfunktionsstörungen sowie ausgeprägte Kreislauf- oder Regulationsstörungen.
Vor jeder erstmaligen Behandlung erfolgt deshalb eine ärztliche Prüfung möglicher Risiken und Gegenanzeigen.
Die Ganzkörperhyperthermie wird in unserer Praxis als individuelle ärztliche Selbstzahlerleistung angeboten.
Vor Beginn der Behandlung informieren wir Sie über das geplante Behandlungskonzept und die entstehenden Kosten.
Ob eine Ganzkörperhyperthermie bei chronischen Schmerzen, Fatigue, Post-Covid, ME/CFS oder im Rahmen einer onkologischen Erkrankung sinnvoll eingesetzt werden kann, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Entscheidend sind Art und Schwere der Erkrankung, Begleiterkrankungen, Kreislaufstabilität und bisheriger Krankheitsverlauf.
Deshalb steht am Anfang immer die individuelle ärztliche Beurteilung – nicht die Hyperthermie selbst.